Darauf solltest Du als Anfänger beim Aktienhandel achten

  • Finde heraus welcher Anleger-Typ Du bist!
  • Ist das direkte Investment für Dich geeignet?
  • Möchtest Du pur oder lieber hebeln?

Der erste, zentrale Punkt den es für Dich als Anfänger beim Aktienhandel zu beachten gilt ist der, welchen Anlagehorizont Du verfolgst.

Kurzfristiger oder doch etwas länger?

Du solltest Dir darüber im Klaren sein, ob Du lieber aktiv und kurzfristig handeln oder doch lieber längerfristig investieren möchtest. Denn der aktive Aktienhandel und das Investing sind zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Bist Du eher der aktive Händler-Typ?

Daytrading oder Swingtrading sind jene zwei Begriffe, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn man von einem aktiven Investor spricht. Das bedeutet, dass dieser Händler an einem gewissen Punkt in den Markt einsteigt und die Position dann wenige Minuten, Stunden, Tage oder ein paar Wochen hält. Ist ein vordefiniertes Ziel erreicht, steigt dieser Händler wieder aus, das bedeutet, dass er die Position schließt. Beim Daytrading kann das “rein- und raus” in die einzelnen Positionen schnell gehen. Beim Swingtrader mehrere Tage oder wenige Wochen.

Welche Vorteile hat das System des kurzfristigen Handels?

Der größte Vorteil ist, dass Du mit dieser Methode die Erfolge relativ schnell siehst. Den schließt Du eine Position kurz nach der Eröffnung wieder, kommen die ersten Gewinne in der Regel schnell. Das ist einer der Punkte, der viele an dieser Art der Anlage reizt. Das Ergebnis ist nach kurzer Zeit messbar.

Welche Nachteile hat der schnelle Handel?

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das heisst, was sich bei den Vorteilen so schön anhört, dass die Gewinne gleich fließen, verhält sich im Fall eines Verlustes genau so. Denn jeder weiss, dass es an der Börse nicht nur Gewinne gibt.
Der kurzfristige Handel benötigt viel Zeit in der Vorbereitung. Das bedeutet, dass der Händler den von ihm favorisierten Markt sehr gut analysieren muss, damit er dann auch im richtigen Moment und in die richtige Richtung in den Markt einsteigen kann.
Da man in der Regel mit kurzen Bewegungen oft nur kleine Gewinne erwarten kann, setzen viele Händler gehebelte Produkte ein. Doch so gut wie der Hebel für mich arbeitet, kann er auch gegen mich laufen. Das bedeutet, dass ich im kurzfristigen Handel ein sehr viel höheres Produktverständnis brauche.

Oder darf es für Dich eher etwas länger sein?

Der Investor ist der typische Anleger, wie zum Beispiel – für die ältere Generation Andre Kostolany – oder für die jüngeren Warren Buffett. Zeit spielt erst einmal nicht die große Rolle. Die Zeiteinheit, in der Du hier rechnen solltest, sind eher Jahre statt Wochen. Der Fokus liegt nicht auf einer kurzfristigen Gewinnmitnahme, sondern an einer Beteiligung am Unternehmenswachstum.

In der Ruhe liegt die Kraft: Die Vorteile der langfristigen Anlage?

Der Idealfall ist natürlich der, dass der Investor eine Perle wie die Google-Aktie entdeckt, als sie neu am Markt war. Als Investor möchtest Du diese günstig einkaufen und an dem Wachstum des Unternehmens langfristig profitiert.
Das Investment erfolgt in der Regel direkt in die Aktie (oder einen Fonds) und nicht in einem gehebelten Produkt. Daher sind die Gefahren gegenüber einem gehebelten Investment reduziert. Bei einem Investment in die Aktie selbst, kommst Du als Anleger oft noch in den Genuss einer Dividende. Das ist ein Anteil des Gewinns, den die Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausbezahlt. Als Aktionär bist Du gleichzeitig zu einem kleinen Teil am Unternehmen beteiligt. Du hast ein Stimmrecht – gemessen an Deinem Anteil – über den weiteren Kurs des Unternehmens.

Auch beim Investing gibt es nicht nur Vorteile. Welche Nachteile hat der längerfristige Handel?

Investing ist eine längerfristige Angelegenheit. Das investierte Kapital kann über Jahre hinweg gebunden sein. Es sollte Dir für diesen längerfristigen Zeitraum auch zur Verfügung stehen. Das heisst Du solltest es nicht unbedingt für eine in der Zukunft geplante Anschaffung benötigen. Das wäre zum Beispiel das Geld, das auf der hohen Kante liegt, für den Fall dass das Auto kaputt geht.
Ein Investor braucht Geduld. Eine Tugend die in unserer kurzlebigen Zeit oft in Vergessenheit gerät. Es kann sein, dass Du unter Umständen länger auf Gewinne warten musst, als ursprünglich geplant.

 

Infografik: Darauf solltest Du als Anfänger beim Aktienhandel achten

 

Direkt oder über Umwege?

Ganz direkt: Die Aktie

Wie oben schon angedeutet, hast Du die Möglichkeit direkt in ein Unternehmen zu investieren. Das erfolgt über die Aktie direkt.

Darf es ein bisschen mehr sein? Ein Index

Daneben bieten sich Dir noch weitere Möglichkeiten Dich an der Entwicklung des Aktienmarktes zu beteiligen. Sogenannte Indizes bilden die Entwicklung von ausgewählten Aktienkursen ab. So sind zum Beispiel im Deutschen Leitindex DAX 30 ausgewählte Unternehmen vertreten. In den Index kannst Du zum Beispiel über einen Fonds investieren.

Die Qual der Wahl: Ein Fonds

Traditionell kannst Du Investmentfonds über sogenannte Investmentgesellschaften erwerben. Jedoch kannst Du sie auch über die Börse handeln. Dann heißen sie ETFs (exchange-traded funds).
Fonds können Leitindizes nachbilden oder sich mit bestimmten Branchen oder Segmenten befassen.

Bitte mit Hebel

Hebelprodukte haben die Namen wie CFD, Optionsscheine oder Zertifikate.
Was sich kompliziert anhört ist im Grunde relativ einfach. Ein Hebelprodukt bildet ein anderes Produkt nach, wobei Du damit in der Lage bist, größere Summen am Markt zu bewegen, als Dir Dein Konto eigentlich hergeben würde.
Dies funktioniert am Beispiel der Aktie dadurch, dass Du nicht in die Aktie direkt investierst und damit auch nicht direkt am Unternehmen beteiligt bist. Du investierst vielmehr in die Kursentwicklung der Aktie. Hierdurch musst Du nicht den kompletten Kaufpreis für die Aktie aufbringen, was es Dir ermöglicht weit mehr von Deinem Kapital zu investieren, als dies bei einem direkten Investment möglich wäre.
Diese Produkte sind mit der höchsten Anleger-Risikoklasse verbunden, da ihnen ein hohes Maß an Risiko innewohnt. Hier solltest Du Dich sehr gut über die Risiken informieren, bevor du investierst.

Sei ein Stratege

Jeder Anleger braucht einen Plan! Suche Dir eine Strategie, die zu Dir passt. Plane Deinen Ein- und Deinen Ausstieg aus dem Investment.
Doch viel wichtiger als der Ein- und Ausstieg sind die Kenntnisse um das Risikomanagement der einzelnen Investments.

Bilde Dich ständig fort!

Resüme

Der kurzfristige Handel bringt schnellere Gewinne, birgt aber auch höhere Risiken, da Du dann oft in die Versuchung kommen wirst, mit gehebelten Produkten zu agieren. Durch den Einsatz dieser Produkte kannst Du mit weniger Kapital einen größeren Erfolg erzielen.
Der langfristige Handel benötigt dagegen Zeit. Dadurch birgt er Dir aber auch Vorteile. Durch das direkte Investment in die Aktie bist Du am Unternehmen beteiligt. Wenn alles gut läuft, bekommst Du neben der erwarteten Kurssteigerung auch noch eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens, die sogenannte Dividende, ausgezahlt.

Tipps

Als Anfänger beim Aktienhandel solltest Du:

  • Dich vorsichtig dem Handel nähern
  • Deine persönliche Risikobereitschaft definieren
  • Nur mit dem Geld arbeiten, das Du wirklich erübrigen kannst
  • Dir eine Strategie für Ein- und Ausstiege zulegen
  • Diese Strategie eventuell auf einem Demo-Konto testen
  • Dich entscheiden, ob Du in eine Einzelaktie oder einen Index investieren möchtest
  • Dich für ein kurz- oder langfristiges Investment entscheiden
  • Dir so viel wie möglich Wissen aneignen