Ölpreis: Russland als Spielverderber?

News Marktkommentar

Marktkommentar: 05/04/2017
Ölpreis: Russland als Spielverderber?

Eine Entscheidung über eine Verlängerung der Fördermengenkürzung über Juni hinaus sei noch nicht gefallen: Das hat Russland heute offiziell bestätigt. In der Folge gaben die Ölpreise weiter nach.

Im Dezember hatten sich die Staaten erdölexportierender Länder gemeinsam mit Russland, darauf verständigt, ab Januar 1,8 Millionen Barrel pro Tag weniger Öl zu fördern. Und zur Überraschung vieler Marktbeobachter halten die Förderstaaten ihre verabredeten Förderkürzungen ein. Doch nun droht das Kürzungsabkommen Ende Juni auszulaufen – und eine Verlängerung ist laut Russland nicht in Stein gemeißelt.

Sollte Russland nun tatsächlich von dem Zug der Förderkürzungen abspringen, dürfte das die Sorgen über ein Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt verstärken. Diese Befürchtungen der Marktakteure spiegelt der aktuelle Rückgang des Ölpreises wieder.

Zudem sind die US-Rohöllagerbestände der US-Energiebehörde zufolge in der Vorwoche um nur 930.000 Barrel gesunken. Das reicht allerdings nicht aus, um die rekordhohen Ölreserven in den Vereinigen Staaten nachhaltig zu senken. Gleichzeitig stiegen die Benzinbestände um 191.000 Barrel. Und die US-Produktion sprang auf 9,29 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht dem höchsten Niveau seit August 2015. Damit ist klar: Die Ölschwemme hält vorerst an und das hat dem Ölpreis in den vergangenen Tagen zugesetzt.

Heute steht darüber hinaus die Zahl der aktiven Ölbohrungen vom US-Dienstleister Baker Hughes auf der Agenda. In den letzten 11 Monaten ist die Bohraktivität nahezu ununterbrochen gestiegen. Daran dürfte sich auch in der vergangenen Woche nichts geändert haben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Charttechnisch bleibt die Situation für die US-Sorte West Texas Intermediate prekär. So sorgte der Rückfall unter die seit April 2016 etablierte Trendlinienunterstützung und dem 23,6% Fibonacci-Retracement bei rund 48,50/30 Dollar für massive Kursabschläge und so ist der Preis mittlerweile auf dem Weg zu weiteren wichtigen Haltemarken. Als solche fungieren die 90-Wochen-Linie (akt. bei 44,96) und das 38,2% Fibonacci-Niveau (44,03). Ein Unterschreiten der angeführten Unterstützungen dürfte den Ölpreis auf das Tief vom 11. November bei 42,23 Dollar befördern.

2017_05_05-Marktkommentar

 

Disclaimer

Daniel-Schuetz.de bietet ausschließlich beratungsfreie Dienstleistungen an. Der Inhalt dieser Analyse enthält keine Anlageberatung bzw. Anlageempfehlung (und darf auch nicht als solche verstanden werden) und stellt keinesfalls eine Aufforderung zum Erwerb von jeglichen Finanzinstrumenten oder -produkten dar.
Daniel-Schuetz.de haftet nicht für Schäden, welche auf einzelne Kommentare und Aussagen auf Analysen von Daniel-Schuetz.de zurückzuführen wären oder sind und übernimmt keine Gewähr in Bezug auf Vollständigkeit und Richtigkeit des dargestellten Inhaltes.
Alle Links wurden sorgfältig ausgewählt. Eine Haftung für deren Inhalt oder Richtigkeit wird ausgeschlossen. Den Links zu folgen erfolgt auf eigenes Risiko.
Somit trägt der Anleger ausschließlich alleinverantwortlich das Risiko für seine Anlageentscheidungen.
Die dargestellten Analysen und Kommentare enthalten keine Berücksichtigung Ihrer persönlichen Investitionsziele, Ihrer finanziellen Verhältnisse oder Bedürfnisse. Der Inhalt wurde nicht gemäß der gesetzlichen Vorschriften für Finanzanalysen erstellt und muss daher vom Leser als Marketinginformation angesehen werden.
Daniel-Schuetz.de untersagt die Vervielfältigung oder Veröffentlichung ohne ausdrückliche Genehmigung.
FX (Währungshandel) und CFDs sind gehebelte Produkte. Sie sind nicht für jeden Anleger geeignet, da sie ein hohes Maß an Risiko für Ihr Kapital bergen und Sie Verluste über den Totalverlust hinaus erleiden. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie alle Risiken verstehen.